Vor 2 Wochen bin ich gut in Chile gelandet!
Meine WG hat mich super lieb empfangen und ich fühlte mich gleich wohl. Das Haus ist winzig und hat viele Macken aber das ist uns eigentlich egal, weil es wirklich gemütlich ist und uns gehört
. Ich teile mein Zimmer mit Ava, einer weiteren Freiwilligen aus Deutschland, die sogar lieb mit mir ist, obwohl ich sie um ihr Einzelzimmer gebracht habe. Sie arbeitet in der Kinderkrippe mit den ganz Kleinen. Desirée, eine weitere Hausgenossin, arbeitet im Hogar „Dios con nosotros“, die Behindertenstelle. Ben, der einzige Mann im Haus, arbeitet bei mir im Kindergarten „Naciente“.
Meine Arbeit im Kindergarten ist wirklich anstrengend aber auch schön. Die Kinder haben mich gleich als ihre neue „Tia“ (span. Tante, hier Kindergärtnerin) angenommen. Am ersten Tag liefen sie gleich auf mich zu, umarmten und küssten mich.
Mein Tag beginnt um viertel nach 7, dann frühstücken wir gemeinsam und machen uns auf den Weg. Um halb 9 kommen die ersten Kinder. Letze Woche war „semana de los niños y niñas“ (Die Woche der Kinder). Die ganze Woche nahmen wir die Rechte der Kinder durch. Mit dem Malen ihrer Rechte und vielen Spielen, sollten die Kinder sie sich einprägen.
Zum Glück ist Chile so ein gläubiges Land! Jeder Monat hat ein paar Feiertage! Am Montag war wieder einer (ja ich hab keine Ahnung welcher). Die freie Zeit haben wir genutzt um die schönen Seiten von Chile kennenzulernen. Wir waren wandern auf dem Pochoco. Der Aufstieg war vergleichsweise mit dem Abstieg wirklich einfach! Um runter zu kommen sind wir eher gerutscht als gegangen und haben versucht einen Kollateralschaden wenn möglich zu vermeiden. Aber die Aussicht war die ganzen Mühen wert!
Die Zeit vergeht wie im Flug! Jeden Tag entdecke ich neue Dinge und komme aus dem Staunen nicht mehr raus!
Am Freitag, vergaß eine Mutter ihr Kind abzuholen und so habe ich es mit einer Educadora nach Hause gebracht. Es war eine Bretterbude schief und krumm zusammengenagelt und ich kam nicht umhin mich zu fragen ob es der Schmutz war der es zusammenhielt.
Doch manche Häuser, sehen von außen ganz ordentlich aus. Die Armut versteckt sich sehr gut hinter manchen Fassaden und erst nach einiger Zeit habe ich die vielen anderen Zeichen von Mangel und erbärmlichen Lebensumständen erkannt. Viele Kinder sind übergewichtig und alle haben Karies und verrottete Zähne. Als Zwischenmahlzeit wird hier nämlich selten was Gesundes serviert. Süßigkeiten kriegt man hier für einen Appel und ein Ei. Die stopfen natürlich wegen der ganzen Kalorien und des Zuckers doch gesund ist was anderes. Nestlé und Coca Cola machen hier ein Vermögen! Die Kinder kriegen ständig diese Süßigkeiten, weil die Bildung und das Geld fehlen um Obst zu kaufen.
In ihrer Freizeit engagieren sich viele Freiwillige noch in anderen Projekten. Viele machen bei der Nachhilfe mit. Jeden Nachmittag wird in der Kirche Nachhilfe gegeben. Chile hat nämlich so ein tolles Schulsystem in dem jeder Schüler mit durchgeschleppt wird, ungeachtet seiner akademischen Fähigkeiten. Ich hab mich jedoch nicht in diesem Projekt eingetragen, sondern im Obdachlosenprojekt. Ein Projekt mit dem Ziel Obdachlose wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Unsere Aufgabe besteht einfach nur darin mit ihnen zu reden, spielen und ihnen Gesellschaft zu leisten. Ich hab noch nicht damit angefangen aber an diesem Freitag ist dann das erste Mal. Ich bin gespannt.
So ich versuch jetzt diese Seite etwas regelmäßiger zu aktualisieren, doch jetzt war einfach immer so viel los, dass ich einfach nicht dazu kam.
Liebe Grüße aus dem weiten, weiten Chile
Doro


